Sonntag, 8. Mai 2011

Im Zion Nationalpark angekommen

Gestern ist Flo um sieben Uhr aufgestanden und hat Leo gefüttert und so haben wir gleich die frühe Stunde genutzt, einmal eher in die Gänge zu kommen. Und siehe da, wir saßen doch prompt um 8.15 Uhr im Auto Richtung Zion Nationalpark. Kaum zu glauben, aber das ging. Leo war noch unausgeschlafen und hat die Fahrt noch mal zum Schlafen genutzt und wir die 2 Std, um zum Park durch österreichisch anmutende Landschaft zu kommen. Kurz vor dem Park wurden wir per Schild darüber informiert, dass Fahrzeuge unsrer Größe im Tunnel, durch den die Parkstrasse geht, eskortiert werden müssen. Das klangt ja aufregend.
Am Eingang durften wir 15 USD dafür löhnen und bekamen einen Zettel für die Windschutzscheibe. Kurz vor dem Tunnel bildete sich schon eine Schlange hinter einem anderen RV, die schnell durchfahren durfte. Wir wurden wieder angehalten und die Papiere gecheckt, dann von dem netten Herren eingewiesen.
Der ca. 3km lange Tunnel vor uns war aus den 30er Jahren, als die Autos noch klein waren und damit zu eng für uns und andre Fahrzeuge gleichzeitig. So wurde der Tunnel für den Gegenverkehr gesperrt, als wir kamen und wir durften in der Mitte mit maximal 25 Meilen durchschleichen. Schneller wollte Flo auch gar nicht fahren, denn die Roehre war wirklich erschreckend eng für unser riesiges Gefährt. Zudem war es stockdunkel und ein Ende lang nicht in Sicht. Aber Flo hat die Aufgabe bestens gemeistert und ist auch die anschließenden knallengen Serpentinen gut durchfahren. Die Strasse an sich war ein echter Traum durch eine unglaubliche Schluchtenwelt mit riesigen hohen Felswänden, die man kaum mit den Augen auf einmal erfassen konnte. Am Ende der Straße sind wir wieder einmal im Besucherzentrum gelandet und haben uns über die Touren schlau gemacht. Da die Amerikaner nicht die großen Wanderer sind und schon gar nicht mit Kind. Sie trauen uns immer kaum mehr zu als den einen obligatorischen geteerten Rollstuhlweg von 800 Meter. Naja. Da der Park schon beim Besucherzentrum von Touristenströmen übervölkert war, war uns schnell klar, warum es hier wieder ein Shuttlebussystem gibt. Alle haben uns unterwegs berichtet, dass der Zion Park der tollste aller Nationalparks ist. Uns schien in jedem Fall, dass er auch der vollste ist, zumal er von Las Vegas aus in ein paar Stunden erreichbar ist.
Der Bus brachte uns zur Zion Lodge, von welcher aus wir die Wanderung zu den Emerald Pools starteten. Es war sehr warm, aber der Himmel auch schon ganz schön duster und dass noch ein Unwetter in Sicht war, war schon zu erwarten. Wir sind mit 3 Millionen anderen Leuten losgestiefelt und sind zum ersten Pool aufgestiegen. Wir haben gar nicht gemerkt, dass wir schon an Ziel waren, weil das Highlight auf der Ebene waren 3 Wasserfälle, die von oben auf unsere Ebene herabgestützt sind. Die Leute, die entgegenkamen waren zum Teil ganz schön nass, aber wir haben es halbwegs trocken geschafft. Die Hinter uns haben sich solch einen Duscher geholt, dass sie patschnass waren. Glück gehabt. Im Vorbeigehen haben wir noch die Wasserlache gesehen, die wohl den Lower Pool bildete, aber gecheckt haben wir es erst weiter oben, als wir das Schild sahen.
Naja, so sehenswert war die Sehenswürdigkeit dann doch nicht. Dann ging es stetig bergauf bis zum mittleren Pool und nochmal weiter zum oberen. Oben angekommen waren ca. 30 Leute gesessen, so dass wir ganz schnell wieder geflüchtet sind. Mit Ruhe und Idylle in den Bergen hatte das nichts zu tun. Der mittlere Pool war recht leer und so haben wir dort Pause gemacht. Den Rückweg haben wir dann über den Kajenta Trail gemacht und haben dann auch etwas beschleunigt, da der Himmel immer schwärzer wurde. Naja, wir haben es gerade noch bis unten geschafft bis der Regen anfing. Der Trip insgesamt war nicht so der Hit, vor allem viel zu voll, aber wir haben die Strecke mit ca. 5 km locker geschafft. Die Landschaft ist dort ein wenig so wie in den Alpen ein Gebirgsfluss, der sich durch ein steiles Tal schlängelt. Da es so etwas hier kaum gibt (da viel wüstiges Gebiet) wird das wohl als Highlight angesehen.
Auf dem Rückweg haben wir uns einen Platz im Campground Zioncamp im Ort Springdale gemietet.
Der Campground liegt direkt neben dem Campground im Park nur durch den Virgin River getrennt. Der Fluss ist grad übervoll mit Wasser und sehr reissend, was wir gut beobachten können, da unser Camper nur 50m vom Fluss weg steht. Gestern haben wir noch einen Spaziergang zum Fluss gemacht und dabei wieder die tollen Riesencamper bestaunt, die uns wirklich faszinieren.
Heute Nacht hat es dann die ganze Nacht sehr stark geregnet und der Fluss ist weiter angeschwollen. Nachdem es dann auch heute früh noch wie aus Kübeln geschüttet hat, haben wir beschlossen, einen faulen Campertag einzulegen und erst morgen wieder in den Park zu fahren. Das war eine gute Entscheidung, denn hier regnet und graupelt es grad abwechselnd und so haben wir wenigstens Wifi und Flo kann arbeiten. Zum Frühstück gab es übrigens heute Pfannkuchen und die waren so was von lecker!

Ach ja: neben uns steht ein rotes fahrendes Hotel. So was hab ich noch nie gesehen. Das ist ein Bus mit vorne ca. 26 Sitzen und dahinter 26 kleine Fenster auf 3 Stockwerken, die jeweils eine Schlafkoje beinhalten. Kommt aus Paderborn, der Bus. Wie man das auf einer Reise aushalten kann, auf ca. gefühlten 1,5 qm zu schlafen ist mir ein Rätsel, aber jeder wie er will.

Samstag, 7. Mai 2011

Bryce Canyon

Als wir in Cannonville angekommen sind, haben wir zuerst einmal beim Campground eingecheckt und haben unser Paket abgeholt. Die Kamera war wohlbehalten angekommen und nun können wir auch wieder Bilder machen, ohne dass in jedem Foto in der Mitte ein weisser Fleck ist.
Zuerst hatten wir den Plan nach dem Einchecken weiter ins Kodachrome Basin zu fahren, aber nachdem wir gelesen hatten, dass ab Montag das Wetter in der Gegend schlecht werden sollte, haben wir uns kurzerhand dafür entschieden, zum Bryce Canyon zu fahren.
So sind wir die 17 Meilen zum Besucherzentrum gefahren und haben uns dort erst mal mit Kartenmaterial eingedeckt. Nach kurzer Beratung haben wir beschlossen, mit dem Shuttle Bus bis zum Endpunkt (Bryce Point) des Parks zu fahren und dann auf dem Rim Trail so lange zurückzulaufen, bis es uns reicht. Gesagt, getan und als wir endlich wieder unsere Siebensachen zusammen hatten, was mit Kind ja immer ein Megaakt ist, haben wir den Bus genommen. Es ist wirklich unglaublich, was wir immer alles noch machen müssen, bevor wir wegkommen. Leo füttern, wickeln, Hüpfen lassen nach der Autofahrt, alle mit Sonnencreme eincremen, Essen für uns packen, Leos Sachen packen, wir was essen, alles notwendigen Utensilien wie Wickelzeug, Kameras, Stativ, Klamotten, Mützen usw. einpacken und dann kann man langsam an Losgehen denken. Also so ca. nach einer Stunde. Das ist leider kein Witz, sondern Fakt. :)
Wie auch immer, wir sind also auch diesmal wieder losgekommen und sind dann am Bryce Point ausgestiegen. Mit uns ein amerikanisches Pärchen in unserem Alter, die neben uns geparkt hatten und ein 2 Monate altes Baby im Babybjörn dabei hatten. Die hatten auch was zu tun. Wir sind wirklich froh, dass Leo schon so groß ist, dass er schon in der Kraxe sitzen kann und das auch sehr gern tut, denn ein Baby im Babybjörn bei 28 Grad Hitze einen staubigen Canyon herunterschleppen ist kein Spass, zumal man mit nichts anderem beschäftigt ist, es vor der Sonne zu schützen (nahezu unmöglich in dem Teil) bzw. den Kopf beim Schlafen zu stützen. Naja, da haben wir es wirklich bestens und die Amerikaner sind immer ganz angetan von Leos Sänfte, denn solch ein Gerät haben hier kaum Leute.
Am Canyonrand angekommen haben wir schnell gesehen, dass der Bryce Canyon wieder ganz anders ist als alle anderen Nationalparks vorher. Er besteht nahezu ausschliesslich aus Hoodoos, welche uns wirklich beeindruckt haben. Als Hoodoos werden Gesteinssäulen aus Kalkstein benannt, die sich durch Wind geformt haben. Generell sind Hoodoos hohe, schmale Felsnadeln, die vor allem in ariden und semiariden Klimaten vorkommen. Sie können Höhen von 1,5 bis 45 Meter erreichen. Anders als andere Felsnadeln besitzen Hoodoos ein windgeformtes „Profil“, welches durch unterschiedliche Dicken in verschiedenen Höhen zustande kommt. Dadurch bekommen sie die Form eines Totempfahles. Die Grundlage für dieses Aussehen sind die unterschiedlich harten Sedimentschichten, die den Hoodoos durch eingelagerte Minerale außerdem verschiedene Färbungen verleihen. Wichtig sind weiterhin harte Gesteinsschichten im oberen Teil, der die Felsnadeln durch Erosion von oben weitgehend schützt.
Die Hoodoos waren fast alle orangerot, doch es gab auch weisse und am Canyonboden gab es jede Menge waldiges Gebiet. Die Wanderung am Rand entlang gab uns einen tollen Überblick über das Gebiet und seine Ausläufer. Insgesamt sind wir in etwa 4 km an der Kante in starkem Wind entlang gelaufen. Es war nicht wirklich warm, da wir uns immerhin auf ca. 2700m Höhe befanden, doch es war angenehm zum Laufen. Sogar ein paar Schneehaufen gab es hier noch. Die Aussichtspunkte wie der Inspiration und der Sunset Point waren wieder mal hoffnungslos von massenweise Bustouristen übervölkert, die nur von einer Haltestelle zur nächsten fahren. Nicht so unser Fall. 
Nach der Runde waren wir echt platt und sind dann zurück zu unserem Schlafplatz gefahren mit Abstecher in den Supermarkt. Langsam müssen wir schon sehen, dass wir unser Essensdepot gut planen, damit wir es bis zum Ende gut wegbekommen. 


Heute früh sind wir dann gut weggekommen und haben uns schnell einen Schlafplatz im Sunset Campground im Park gesichert, der wieder einmal toll im Wald lag. Anschliessend haben wir am Sunset Point geparkt. Da wir um die Mittagszeit dort ankamen, war es zu heiss, um gleich loszugehen. So haben wir erst mal im Camper alles auf Vordermann gebracht und noch was gegessen. Um 15 Uhr sind wir dann losgezogen und mit dem Bus zum Sunrise Point gefahren, eine Station weiter. Von dort aus haben wir eine große Tour in den Canyon gestartet. Los gings mit einem leichten Abstieg in das Queens Valley mit vielen tollen Ausblicken. Wir haben schnell festgestellt, dass die Hoodoos in Live zum Anfassen viel cooler sind als von oben. Der Abstieg war einfach, zum teil schattig und angenehmer als gedacht, leider waren viel zu viele Menschen unterwegs, da dies die Hauptstrecke war. Im Canyon angekommen haben wir eine Meile durch den Wald gemacht, um auf der anderen Seite den Navajoloop wieder hochzulaufen. Hier waren Gott sei Dank nur noch wenige Menschen unterwegs und wir konnten die Tour schön geniessen. Nach 2 Stunden ging es an den Aufstieg und der Navajoloop ist wirklich ein traumhafter Weg. Wir haben uns Serpentinen um Serpentinen durch enge Felsspalten nach oben bewegt und sogars Thor's Hammer gesehen und das Laufen hat richtig Spaß gemacht. Ich hatte Leo den ganzen Weg über schon auf dem Rücken und es ging super. Langsam haben wir das Gefühl, dass wir wanderfitter werden. Oben angekommen waren wir vollauf erfüllt und bester Laune.
Wir haben beschlossen, noch 2 Stunden im Camper totzuschlagen, bis der Sonnenuntergang kommt. So hat Flo gearbeitet und ich geduscht sowie Leo bespasst. Das ist schon echt genial so einen Camper zu haben, wo man sein Schneckenhaus mit allem Komfort immer dabei hat. Leider war an dem Parkplatz vor unserem Camper die Hölle los, da ein Bus nach dem anderen mit deutschen Touris ankam, die vor unserem Fenster laut rumgebrüllt haben, so was von nervig. Wir kamen uns vor wie bei einer Heuschreckeninvasion, solche Massen waren das. 
Der Sonnenuntergang selbst war absolut unspektakulär und auch die Hoodoos haben ausgesehen wie immer, also kein großes Event, das sich rentiert hat. Aber wir haben es versucht. 
Dann haben wir den kurzen Weg zum Sunset Campground angetreten und dort noch was gekocht und das wars. Alles in allem ein toller Tag und wir waren uns einig: nach 2 Tagen Bryce Canyon haben wir alles gesehen, was man sehen muss. 


Also weiter gehts zum Zion Nationalpark, der ja angeblich sooooo toll sein soll, wie wir schon vielfach gehört hatten....

Freitag, 6. Mai 2011

Grand Staircase-Escalante National Monument

Vorgestern Mittag sind wir weiter gefahren in Richtung Westen und nach einer Stunde Fahrt am Grand Staircase/Escalante National Monument angekommen. Dieses Naturschutzgebiet ist erst 1996 ausgerufen worden und mit 7.689 Quadratkilometern der größte Nationalpark der USA. Das Monument ist geologisch dreigeteilt. Von Osten her kommend trifft man zuerst auf die Escalante Canyons, eine Gegend die durch ganz wenig Wasser im Laufe der Jahrmillionen geschaffen wurde. Hier befinden sich einige der schönsten Slot Canyons weltweit. Daran schliesst sich das Kaiparowits Plateau an, die trockenste und unwirklichste Region des Monuments. Weiter im Westen trifft man auf den Grand Staircase, einer Schichtstufenlandschaft, welche die nach Norden aufsteigende "große Treppe" bildet. Geprägt ist das Gebiet durch den Paria River mit seinen vielen Zufluessen, der die Landschaft vielfach durchtrennt.
In Boulder angekommen sind wir zuerst einen Teil des Burr Trails gefahren, der die ersten 30 Meilen aus geteerter Straße besteht und anschließend in einer Schotterstrasse (für uns unbefahrbar) zum oberen Zipfel des Lake Powell fuehrt. Nach wenigen Meilen kommt man in de Long Canyon, an dessen "Boden" man entlang durchfährt. Der Canyon ist geprägt von korallenfarbigem löchrigem Fels und viel Grün, wobei diese Farbkombination bizarr erscheint.
Leider haben wir erst später erfahren, dass man von dort aus eine kleine Wander-Runde in einen engen, aber sehr interessanten Canyon hätte machen können.
Anschliessend sind wir nach Boulder zurückgefahren und Richtung Escalante weiter. Auf der Strecke haben wir im Kiva Kaffeehouse Station gemacht. Ein tolles Holzhaus mit traumhaftem Blick über die Schlucht und seine Oase bot sich uns. Da es in den USA kaum Restsurants oder Cafés mit Charme zu geben scheint, bildete dieses hier eine echte Ausnahme. Nach Omlett mit Spargel und Spinat gabs noch einen phantastischen Schokokuchen. Der war selbst gebacken, ohne Mehl und Nüsse und endlich mal nicht süß und pampig. Ich hab gleich 2 Stuecke davon gegessen, so lecker war er.

Nachdem wir Escalante angekommen waren, sind wir erst einmal ins Visitor Center gegangen, um uns schlau zu machen, was wir hier so machen koennen. Die Dame dort hatte wenig Ahnung und hat uns einen Plan gegeben. Immerhin haben wir erfahren, dass wir die Holy-in-the-rock-Road mit unsrem RV nicht fahren können. Damit war schnell klar, dass wir dann eine Tour über eine Agentur buchen müssen oder einen Jeep leihen müssen. Als erstes haben wir eine Agentur angesteuert, doch dort wurden wir schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Die Slot Canyons hier sind alle nur mit Kletterausruestung bekletterbar und erst für Kinder ab 7 Jahren geeignet, sehr schade, wo wir doch solche Fans von Slot Canyons geworden sind. Mit der Meinung waren sich zwei Guides und ein Teilnehmer einig, dass wir das mit Leo vergessen konnten. So haben wir uns erst mal einen Platz im Petrified Forest State Park gesichert und dort eine ruhige Nacht verbracht. Der Park enthaelt viele versteinerte Bäume, die auf einer Wanderung zu sehen sind. Der Campground selbst liegt wunderschön am Wide Hollow Reservoir, einem tollen grünen aufgestauten See, in dem man im Sommer sogar Baden kann. Nachdem bisher das Wetter ja immer recht frisch war, haben wir nun ca. 25 Grad und man kann endlich auch einmal draußen essen.
So haben wir gestern in der Sonne gefrühstückt und sind danach zu einer Wanderung aufgebrochen. Der Weg beginnt direkt am Campground und führt schnell nach oben auf eine eher unspektakulaere grüne Ebene, die mit schwarzen Lavasteinen versehen ist. Nach einer Weile zweigt ein weiterer Weg ab, der Sleeping Rainbow Trail und dort konnten wir ueberall die versteinerten Bäume am Wegesrand bestaunen. Sie schimmern in den wildesten Farben von lila ueber rot und orange hin zu braun, gelb und weiß. Wir waren fasziniert von diesen Schmuckstuecken, zumal die Baeume noch eine ganz normale holzige Rinde haben, innen aber Stein sind. Solch ein Meisterwerk der Natur. Solche Bäume entstehen, wenn Flüsse, die zu früherer Zeit an der Stelle waren, über die Ufer treten und dann Baumstämme mitreissen. Wenn das Wasser wieder zurück geht, bleiben die Stämme unter Schlamm begraben und werden konserviert. Hier gab es später noch einen Vulkanausbruch, der dafür gesorgt hat, dass verschiedene Stoffe in den Untergrund diffundiert sind und somit die Stämme in den verschiedenen Farben zu Stein werden ließen. 
Der Weg war wirklich knackig, da er sehr steil und steinig war und schwer mit großem Gewicht auf dem Rücken zu steigen. Aber wir haben uns trotz brennender Sonne durchgebissen und haben auf dem Rückweg sogar noch einen Cache gefunden und eine Münze ausgesetzt. Alles in allem eine tolle Tour mit sehr interessanten Fundstücken. Da der Abend dann schön warm war, konnten wir von den Nachbarn noch Gesang und Banjomusik geniessen. So kann man Urlaub aushalten. 


Heute früh wollen wir dann weiterfahren und das in Richtung Cannonville, da dort unsere Ersatzkamera am KOA Campground ankommen sollte.....

Mittwoch, 4. Mai 2011

Abschied vom Capital Reef Nationalpark

Heute Nacht hab ich sehr gut geschlafen. Die reinste Wohltat.
Flo hat sich gleich in der Früh zum Arbeiten in unser Wohnzimmer
gesetzt, während ich noch mit Leo im Schlafzimmer gespielt hab. Es ist
immer besonders toll, wenn Leo aufwacht. Zuerst trinkt er was und dann
hüpft er auf uns in den Betten herum. Die vielen Kissen und Decken und
vor allem die Schnirpfel der Jalousie haben es ihm angetan. Und es ist
eine Freude ihm zuzusehen, wenn er wie ein Gummiball durchs Bett
joggt. Wir haben ja bis auf 6 ineinander steckbare Ikeabecher kein
Spielzeug dabei und das wird auch ueberhaupt nicht vermisst. Hier gibt
es sooo viele tolle Dinge, die er heiß und innig liebt. So ist sein
Lieblingsplatz immer auf dem Sofa neben dem Herd stehend. Wenn ich
kehre wird er ganz wild und will mir immer den Dreck streitig machen,
das ist ein wahrer Verteidigungskampf beiderseits. Das liegt wohl
daran, dass vom Kehren immer noch Leckereien (alte Nudeln,
Apfelstuecke, ...) zum Vorschein kommen, die er beim Essen hat fallen
lassen und die vom Boden viel leckerer schmecken.
Nachdem Flo einiges gearbeitet hatte, haben wir beschlossen, dass wir
noch eine Nacht auf dem Campingplatz verbringen, damit er morgen früh
nochmal was tun kann. Ich hätte gern nochmal im Park auf dem Fruita
Campground verbracht, aber Arbeit geht eben vor.
So sind wir nach dem Frühstück nochmal in den Park gefahren. Wir
haben die Gelegenheit genutzt, dass Leo schläft und sind den Scenic
Drive gefahren. Die wohlgeruehmte Panoramastrasse war voller
Baustellen und dementsprechend eng, aber ich hab unseren Camper gut
die 16 Meilen einfach durchmanövriert. Mittlerweile ist das Fahren
dieses Schlachtschiffs ein Kinderspiel für uns. Am Ende der Straße
haben wir festgestellt, dass wir nichts Neues gesehen hatten und die
weitere Staubstrasse in die Capital Gorge durften wir mit unseren 28
Fuß nicht befahren. Also alles wieder zurueck...
Wieder am Campground angekommen haben wir an der Picknick Area geparkt
und haben erst mal ne Stunde im Wagen geschlafen. Im Camper hat man
eben sein Bett immer dabei. Danach waren wir nur noch platt und haben
uns erst mal in die grüne Wiese gelegt. Leo bekam die Windel ab und
ist auf uns rumgehüpft. Gegen 17 Uhr wurde es dann frischer und wir
beschlossen, noch eine kleine Wanderung zu machen. Nach langem Hin und
Her haben wir noch den Trail in den Cahon Canyon gemacht, die mich
schon seit Tagen anlachte. Um nicht zu spaet zurueck zu sein, wollten
wir nur die halbe Tour machen. Nach einem sehr knackigen und
kurvenreichen Aufstieg kamen wir auf Level 1 an und dort oben war es
leicht windig. Noch einmal um die Ecke und unser Weg sollte durch eine
Felsspalte gehen. Allerdings pfiff an der Spalte der Wind derart
heftig, dass ich samt Leo in der Kraxe fast weggeweht wurde. Ich hatte
Mühe zu stehen und musste mich am Fels festkrallen. So ist Flo
vorangegangen und hat mich in Schlepptau genommen, damit ich mit Leo
durchkam.
Um die Ecke herum tat sich ein atemberaubender Canyon auf,
in dessen Fuß wir im Wash entlang gingen. Riesige Felsen in rot und
gelb waren um uns herum und alle löchrig wie Schweizer Käse. Wir waren
ganz allein in dieser unglaublichen Landschaft, die herrlich in die
Abendsonne getaucht war. Nachdem der Weg so viel Spass machte und wir
sehr fit waren (Leo war heute richtig leicht zu tragen), haben wir
kurzerhand beschlossen, dem ganzen Weg zu machen. Das Laufen hat
richtig Spass gemacht und Leo war bestens gelaunt und hat, wie oft in
der Kraxe, das Kofferradio ersetzt. Der Rest des Weges auf der
Teerstrasse war nervig, aber führte uns zum Camper zurück.
Wieder dort angekommen haben wir alles gepackt und haben dem
wunderbaren Park Lebewohl gesagt. Dies ist der erste Ort unserer Reise
den ich mit Wehmut verlasse, da wir hier uns so wohl und daheim
gefühlt haben. Schade, dass wir gehen, doch wir haben hier alles
gesehen und gemacht, was man tun kann. Ich frage mich, warum ich so
empfinde und die Antwort zu finden ist nicht einfach. Zum einen sind
die Berge hier so unglaublich mächtig, dass es mich beeindruckt und
anzieht. Zum zweiten ist dieser Park einer der wenigen, der Berge und
richtige Bäume vereint. Das Farbspiel zwischen Himmel, Bäumen und
Bergen ist atemberaubend schön und man kann sich daran kaum sattsehen.
Die Obstbäume geben etwas heimeliges und überall ist der Charme der
Mormonenpioniere noch zu spüren. Die Pferde und Mule Deers, die
überall sind, geben einem das Gefühl von Gesellschaft und der
Campground ist so liebevoll von einem älteren Paar geführt, dass es
mich beeindruckt. So möchte ich im Alter auch gern leben.
Adieu Capital Reef Nationalpark. Vielleicht kommen wir irgendwann mal wieder...
Morgen fahren wir weiter zum Grand Staircase/Escalante National
Monument und freuen uns auf neue Abenteuer.

Montag, 2. Mai 2011

Capital Reef Nationalpark, Teil 1

Nach der Nacht in Hanksville am Donnerstag sind wir am Freitag weitergefahren Richtung Capital Reef Nationalpark. Die Straße Nr. 24 dorthin führte uns durch eine traumhafte Felsenlandschaft, die wieder anders war als alle, die wir bisher gesehen haben. Dieses Mal wirkten die Berge um uns herum sehr hoch und erhoben sich tatsächlich nach oben. Bisher waren wir oft auf der Ebene, die Schluchten zeigte, die nach unten gingen. So kamen uns die Gesteinsformation besonders massiv vor. Auch die Farben des Gesteins sind hier was besonderes. Es dominieren neben rot auch weiße, gelbe und graue Gesteinsschichten. Es gibt auch komplette Berge, die nur aus einer einzelnen Farbe bestehen z.B. grau.  
Durch den Park schlängelt sich der Fremont River, der das Tal sehr fruchtbar macht. So gibt es überall Massen an Obstbäumen, die gerade zu blühen beginnen und das Tal sehr grün erscheinen lassen. Die Strasse, die durch den Park geht ist keine Stichstrasse, sondern eine Durchgangsstrasse, so dass der Park auch keinen Eintritt kostet. Wir haben bei der Durchfahrt ganz schnell festgestellt, dass der Park uns sehr gut gefällt und dass wir hier länger bleiben wollen. Nachdem der Campground im Park schon voll war, haben wir uns eine Nacht im Wonderland RV Park in Torrey eingebucht, um am nächsten Morgen früh am Campground im Park zu sein und einen Platz zu bekommen. 
Im RV Park haben wir auch gleich noch alle Utensilien für einen neuen Abwasserschlauch gekauft, da unser alter schon so viele Löcher hat. Da sich der Platz damit rühmte, gutes Frischwasser zu haben, hatten wir den Plan, unseren Frischwassertank komplett leer zu machen und ihn dort neu aufzufüllen. So haben wir Leo in der Dusche gebadet und wir beide haben sehr verschwenderisch geduscht. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen bei so viel Wasserverbrauch. Aber trotz auch noch des Durchspülens der Toilette (um wieder mal die nie funktionierenden Blackwatersensoren freizubekommen) haben wir es nicht geschafft, den Tank zu leeren. Das war auch gut so, denn wenig später klopfte der Platzwart, der uns mitteilte, dass es heute Nacht so kalt werden würde, dass die Wasserversorgung abgestellt wird. So hatten wir eher Sorge, ob uns das Wasser wohl noch reicht.

Am Samstag morgen sind wir nach einer eiskalten Nacht (-9 Grad) um 7 Uhr aufgestanden, um rechtzeitig am Campground im Park zu sein. Leider stellte sich schnell heraus, dass die Wasserleitungen noch zugefroren waren und wir und kein Frischwasser tanken konnten. So haben wir erst mal gefrühstückt und irgendwann ging das Wasser dann wieder. Als wir loswollten waren dann wieder mal die Schieber zum Abwasser eingefroren, so dass sich der Blackwatertank nicht mehr schliessen ließ. Nachdem ich einige Flaschen heißes Wasser darübergeschüttet hatte, hat sich der Schieber gelöst und wir konnten um 9.30 Uhr endlich losfahren.
Im Park angekommen steuerten wir den Fruita Campground an und haben dort schnell einen tollen Platz bekommen. Direkt an den Obstbäumen mit Blick auf die Berge, ein echter Traum und das für 10 USD pro Nacht. Der Campground befindet sich auf dem Gelände, auf dem früher der Ort Fruita stand. Im 19. Jahrhundert wurde das Tal an der Stelle von Mormonenpionieren besiedelt, die hier an Fremont River ein hübsches kleines Dorf aufbauten, was in Teilen noch zu sehen ist (Schule, Schmiede, ...). Die Mormonen haben auch die Obstplantagen eingerichtet und bauten hier Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsich und Aprikosen an. Als das Gebiet 1937 als Nationalmonument geschützt wurde, sind die Siedler weggezogen. Heute versprüht dieser Ort einen familiären  und wohligen Charme, der uns in seinen Bann gezogen hat.

Nachdem wir unseren Platz bezogen hatten, haben wir uns für unsere erste Wanderung vorbereitet und sind um 12 Uhr losgegangen. Vom Campground aus starten viele attraktive Wanderungen und wir haben uns für die Tour "Fremont Gorge Overview" entschieden, die uns einen tollen Überblick über die Schlucht des Fremont River versprach. Die Tour ist eine der langen mit 5 Meilen plus Wanderung zum Einstieg und war als schwer deklariert. Da wir uns fit fühlten, haben wir den Weg dorthin angetreten. Der Weg ging zuerst am Fluss entlang und dann steil bergauf, um dann sehr lange auf der Ebene durch karges Gebiet zu führen. Es gab nichts außer schwarze Gesteinsbrocken und einige Gräser. Nach einer Weile wurde der Untergrund rot und steiniger und kurze Zeit später kam der Anstieg. 
Die Landschaft wandelte sich erneut und wir stiegen zwischen roten und gelben kleinen Gesteinsbrocken den Pfad nach oben. Der Aufstieg war wirklich knackig, zumal der Untergrund sehr brökelig war. Wir haben mehrmals überlegt umzukehren, da in der Ferne unsrer Richtung sehr dunkle Wolken waren, von denen wir nicht wussten, was sie uns bringen werden. Aber wir haben uns durchgebissen bis wir auf 1090 Fuß über dem Fluss waren. Oben angekommen pfiff leider solch ein kalter Wind und die Sonne war hinter den Wolken, dass es sehr kalt war. 
Unser Picknick am Aussichtspunkt fiel daher sehr kurz aus, aber der Blick von oben war wirklich atemberaubend. Zum einen über die Schlucht, zum anderen in die Weite der Felslandschaft mit tollen Farben. Die Farben wirkten so grell, dass es für das Auge fast unwirklich erschien. Das Grün der Bäume, das Blau des Himmels und das Rot der Felsen. Nachdem wir den Ausblick in uns aufgesaugt hatten, sahen wir zu, dass wir vom Berg kamen. Ich hatte mir eingebildet, die ersten Schneeflocken gesehen zu haben, so dass wir recht schnell im Absteigen waren. Gott sei Dank war der Abstieg im Gegensatz zum Aufstieg ein Kinderspiel und so waren wir doch gegen 15.15 Uhr wieder unten, wo natürlich die Sonne schien. 
Trotzdem waren wir nach der Tour echt fix und fertig und so haben wir uns schnell geduscht und den Rest des Nachmittags mit Leo tobend im Bett verbracht. Das hat echt Spass gemacht. Abends haben wir dann noch den Grill dort eingeweiht und hatten eine ruhige und weit nicht mehr so kalte Nacht wie am Abend vorher. 


Gestern haben wir nach einem langen Frühstück beschlossen, dass der Tag ein Leichterer werden soll. So haben wir uns die Wanderung zur Hickman-Bridge vorgenommen, die nur eine Meile in jede Richtung hatte und als moderat galt. Leider haben wir uns etwas verschätzt, was den Weg zum Einstieg anging. Auf der nicht maßstabsgetreuen Karte sah der nämlich wirklich kurz aus, aber das war er natürlich nicht. Wie auch immer, die Tour nach oben war wunderschön und weit nicht so anstrengend wie am Vortag. Aber wir waren auch noch geschädigt von der letzten Tour und Leo ist in der Kraxe mit insgesamt 10kg echt schwer. Die Hickman Bridge war ein Arch (Steinbogen), wie wir ihn vom Arches Nationalpark kannten. 
Dort angekommen war diesmal ein Picknick in der Sonne drin und wir hatten sogar ein leckeres Wasa Knäckebrot dabei, was im Gegensatz zu den lapprigen Toasts und sonstigen Broten hier ein wahrer Genuss war. Auf dem Rückweg haben wir eine ganze Menge Mule Deers gesehen, das ist eine Wildart, die in etwa die Größe eines Hirsches hat. Kurz vor dem Campground gibt es eine große Wiese mit tollem Gras und da haben wir uns dann niedergelassen. Wir haben gedöst und Leo hat den Boden abgekrabbelt und sämtliche Gräser dort probiert.:) Wieder im Camper haben wir beschlossen, dass wir die nächste Nacht definitiv ausserhalb des Nationalparks verbringen müssen, damit Flo arbeiten kann. Sehr schade, aber es war klar, wir kommen wieder. Denn der Fleck Erde hat es uns angetan.  Die vorerst letzte Nacht im Camper war wieder frisch, vor allem am Morgen. Zu allem Überfluss hat Leo leichten Durchfall bekommen, so dass er auch nicht ganz fit ist. 


Heute morgen war uns allen klar, diesmal ist noch eine kleine Tour dran. So haben wir uns für die Fremont River Tour entschieden, die versprach am Fluss entlang zu gehen. Wider Erwarten ging der Weg doch schnell bergauf und wir waren wieder am Schwitzen. Aber ein toller Ausblick. Oben angekommen war Leo so müde, da er nur kurz geschlafen hatte, dass wir nicht lange sitzen konnten, aber das war in Ordnung. Wieder unten angekommen haben wir noch im Camper gegessen und sind dann Richtung Torrey gefahren, um den Park zu verlassen. Dort haben wir erst mal noch das nötigste eingekauft (alles gab es nicht) und haben uns dann wieder in den Wonderland RV Park eingebucht, da er gutes Wifi hat. Dort haben wir auch viiiiiel Wäsche gewaschen, doch leider war der Trockner nicht der Hit, so dass die Wäsche sehr nass wieder herauskam. Und wenn man 6 Maschinen hat, ist das nicht lustig, zumal unsere Bettwäsche und Leos Schlafsäcke dabei waren. Naja, so haben wir improvisiert. Leo schläft heute in Hosen und Pulli und wir haben ein anderes Laken noch im Camper gefunden, was genauso geht. Als Leo im Bett war, haben wir zum ersten Mal auf der Reise das Babyphon nutzen können, da wir hier mal Strom haben, denn gegenüber gabs nen Subway (was für ein kulinarischer Hochgenuss, haha), den wir beehrt haben. Naja, aber immerhin konnten wir mal kinderlos ausgehen. 


Morgen werden wir, nachdem Flo sein Arbeitspensum erledigt hat, wieder in den Park fahren und dort noch einmal eine Nacht bleiben. Dort wartet noch der Scenic Drive auf uns, eine 32 KM lange Panoramastrasse und der Cahon Canyon. 


Alles in allem geht es uns nach wie vor wunderbar und wir geniessen die Zeit. Unglaublich, dass wir schon 5 Wochen unterwegs sind. Wir haben schon so viel erlebt und sind gespannt, was noch kommt. Eines ist in jedem Fall sicher: besser kann man seine Elternzeit nicht nutzen.